Was wächst jetzt bei uns?
Der Oktober ist für mich ein besonderer Monat.
Er ist „Erntedankmonat, Vorratsmonat und Übergangsmonat“ zugleich. Auf den Feldern und in den Gärten wird noch einmal fleißig geerntet, während gleichzeitig schon für die kommenden Monate vorgesorgt wird.
Kürbis, Kartoffeln, Karotten und Kraut wandern ins Lager. Zwiebeln und Knoblauch werden eingelagert, Gemüse wird eingekocht, getrocknet oder fermentiert.
Und während im Supermarkt beinahe jedes Gemüse zu jeder Jahreszeit erhältlich ist, mag ich es, mich beim Einkaufen immer wieder bewusst zu fragen:
Was wächst eigentlich gerade bei uns?
Genau dafür gibt es meinen Saisonkalender. Teil 1 bis Teil 5 für den Oktober wie ich ihn auf Instagram veröffentliche, vielleicht kennst du ihn schon von dort. Das besondere an diesem Kalender, er ist komplett von mir (ohne KI 😉) gezeichnet.
Was heute ganz selbstverständlich zu meiner Arbeit gehört, hat unglaublicher weise schon vor einigen Jahren begonnen.
Im März 2022 habe ich zum ersten Mal einen von mir selbst gezeichneten Saisonkalender veröffentlicht.
Damals schrieb ich: „Der Kalender wurde von mir gezeichnet. Es soll nicht der letzte sein 😉
Und offensichtlich hatte ich recht, auch wenn er sich optisch sehr verändert hat.
Gemüse im Oktober
Auf meinem aktuellen Saisonkalender findest du:
- Karotten
- Kartoffeln
- Kürbis
- Süßkartoffeln
- Brokkoli
- Blumenkohl
- Kohlrabi
- Spinat
- Radicchio
- Rucola
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Knollensellerie
- Chinakohl
- Spitzkohl
- Stangensellerie
- Pak Choi
- Rettich
- Radieschen
- Kresse
- Kopfsalat
- Weißkraut
- Mais
- Rote Rüben / Rohnen / Rande
- Kohlsprossen
Und natürlich gibt es noch einiges mehr.
Denn ein Saisonkalender kann niemals alle regional verfügbaren Sorten abbilden. Je nachdem, wo du wohnst, wie das Wetter war und was regional angebaut wird, kann sich das Angebot unterscheiden.
Genau deshalb verstehe ich meinen Saisonkalender auch eher als Orientierung und Einladung zum Hinschauen – und nicht als starre Liste.
Saisonales Gemüse heißt nicht: Alles muss frisch vom Feld kommen
Ein Punkt ist mir beim Thema Saisonalität sehr wichtig.
Wenn wir über saisonales Essen sprechen, denken viele zuerst an Gemüse, das gerade frisch geerntet auf dem Feld kommt und sofort bei uns zu Hause in der Küche landet.
Aber gerade im Herbst wir viel Gemüse geerntet und vorbereitet um ein top Lagergemüse zu sein.
Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Kürbis oder verschiedene Krautsorten können über viele Monate gelagert werden.
Das bedeutet:
Saisonal / regional essen heißt nicht, jeden Tag nur das zu verwenden, was heute geerntet wurde.
Es bedeutet, unter anderm, die natürlichen Erntezeiten und die Möglichkeiten der Lagerung wieder stärker in unseren Speiseplan einzubinden.
Der Oktober ist der perfekte Monat zum Vorräte anlegen
Wenn draußen die Ernte auf Hochtouren läuft, beginnt gleichzeitig die Zeit, in der wir uns Gedanken über den Winter machen können.
- Was möchte ich einkellern?
- Was kann ich einfrieren?
- Was kann ich einkochen?
- Was lässt sich trocknen?
- Und was kann ich fermentieren ? (eh klar bei Frau Schiller)
Gerade beim Fermentieren finde ich den Gedanken schön, dass aus einem saisonalen Gemüse etwas entsteht, das uns noch lange über die Erntezeit hinaus begleiten kann.
Du bringst den Geschmack vom Sommer / Herbst in den Winter. Gleichzeitig hast du immer ein Gemüse zu Hause in einer super Qualität.
Ein Kraut (Weiss- und Blaukraut) aus dem Oktober kann beispielsweise fermentiert werden und später im Winter auf dem Familientisch mit verschiedenen Rezeptvarianten, serviert werden..
So wird aus einem saisonalem, regionalen, Einkauf ein Vorrat für später.
Und genau deshalb passt Fermentieren für mich so wunderbar nicht nur im Oktober.
Saisonales Gemüse muss nicht kompliziert sein
Nein, es kann, darf und ist einfach.
Ich glaube, dass saisonales Kochen manchmal unnötig kompliziert dargestellt wird.
Du brauchst keinen perfekten Wochenplan. Perfektion stresst dich eher nur.
Du musst auch nicht jeden Samstag auf den Bauernmarkt fahren und euren Speiseplan komplett nach dem saisonalem Angebot ausrichten.
Du kannst klein anfangen. Schritt für Schritt ins TUN – umsetzten kommen.
Beim nächsten Einkauf einfach einmal bewusst schauen: Was ist gerade regional erhältlich?
Vielleicht landet dann statt der immer gleichen Zucchini einmal ein Kürbis im Einkaufskorb.
Oder ein Weißkraut, Rohne, Kohlrabi, Rettich, …
Und dann darf daraus etwas ganz Einfaches entstehen.
Denn saisonal kochen bedeutet für mich nicht, jeden Tag ein neues Rezept zu erfinden.
Es bedeutet vielmehr, mit dem zu kochen, was gerade da ist.
Das spart oft sogar Zeit, Geld und Entscheidungsenergie (die Energie können wir für uns selber besser nützten)
Und was ist mit Tomaten, Paprika und Gurken?
Auf meinem Oktober-Saisonkalender findest du auch Gemüse wie Gurken, Paprika und Tomaten.
Dieses Jahr konnte ich Anfang Oktober sogar in unserem Garten noch eine Paprika und Tomaten ernten. Sie waren sogar noch süßer als ihre Kollegen zwei, drei Wochen zuvor.
Wichtig: es lohnt sich allerdings einen genauerer Blick auf die Herkunft zu werfe.
Denn nur weil ein Gemüse im Oktober im Supermarkt liegt, bedeutet das nicht automatisch, dass es auch im Oktober bei uns in Österreich wächst. Das gilt auch für die Kartoffel, welche ich schon aus Ägypten gesehen habe.
Gerade bei Gemüse, das Wärme liebt, endet die heimische Saison langsam.
Deshalb lohnt sich beim Einkauf ein Blick auf die Herkunft:
Wo kommt mein Gemüse eigentlich her?
Saisonal und regional gehören für mich nämlich eng zusammen – auch wenn sie nicht dasselbe bedeuten.
Ein Gemüse kann saisonal sein, aber von weit her kommen.
Und ein regional gelagertes Gemüse kann auch außerhalb seiner eigentlichen Erntezeit noch auf unserem Teller landen.
Welche Gemüsesorte gehört für dich unbedingt zum Oktober?
Schreib es mir gerne in die Kommentare oder erzähl mir, welches Gemüse bei dir im Herbst regelmäßig auf dem Familientisch landet.
Meine Favoriten: Mais und Kürbis
Wir lesen, sehen, hören uns
deine Sonja
